Schätzungen baukundiger Personen zufolge wird vermutet, dass es sich bei der Simon Mühle um einen ca. 400 Jahre alten Bau handelt.
Über die genauen Besitzverhältnisse gibt es keine Angaben mehr.
Erstmal ist aus Plänen aus dem Jahr 1882 ersichtlich, dass das Gebäude bereits als Mühle aber auch als Wohngebäude von Herrn Josef Mörth verwendet und erweitert wurde. Ein weiterer Bauplan aus dem Jahre 1893 verrät, dass sich das Gebäude dann im Besitz eines Müllermeisters namens Rieger befand.
Unter dem Müllermeister Oskar Simon, einem verdienstvollen Bürger und später Vizebürgermeister der Stadt Trofaiach, wurde das Gebäude nur mehr als Mühlengebäude verwendet. Das Anwesen wurde um ein Wohngebäude auf der Südseite (auf dem Grundstück des heutigen Tierarzt Dr. Hütter) und in späterer Folge auf der Westseite um ein Kornspeicher- und Silogebäude (der heutigen Feuerwehr Trofaiach) erweitert. Beide Gebäude waren mit hölzernen Übergängen im ersten Stock miteinander verbunden.
Das historische hölzerne unterschlächtiges Mühlenrad– eines von 7 Mühlenrädern, die einst das Gewerbe entlang des Vordernbergerbaches in Bewegung hielten – trieb mechanisch die Transmissionen zu den Mühl- und Siebstücken an. Aus eifrigem Schriftverkehr mit diversen Anbietern von Turbinenherstellern geht hervor, dass Herr Simon – ein Visionär seiner Zeit – ab 1938 anstrebte, das überalterte Mühlenrad durch eine Kleinwasserkraftanlage (eine Francis-Turbine) zu ersetzen, die von nun an einen Generator antreiben sollte, der neben der mechanischen Ansteuerung der Mühlstöcke auch Elektrizität erzeugte. Weil Herr Simon keine Mühen und Kosten scheute, wurde ab 1943 das Gebäude zu einem der modernsten Gewerbeanlagen für damalige Zeiten in Trofaiach umgebaut. Diese Tatsache verlieh der Mühle den Beinahmen Kunstmühle, wobei sich dieser Titel auf die Ingenieurs-Kunst bezog. (Diese Tatsache veranlasste den Verein Simon Mühle den Namen „Simon Mühle“ für das Gebäude bei zu behalten, weil es heute auch teilweise der Kunst gewidmet ist). Diese Entwicklung führte zwischen 1943 und 1980 zu einer Blütezeit der Mühle, in der für alle umliegenden Bauern aber auch für die Gösser Brauerei verschiedenste Getreidesorten gelagert, gemahlen und umgeschlagen wurden. Die Mühle war in dieser Zeit eine wichtige Drehscheibe und auch ein Treffpunkt in Trofaiach. Im Laufe der siebziger Jahre geriet die Mühle jedoch vor allem durch die Konkurrenz mit der Kette Landmarkt immer mehr ins Hintertreffen, bis die Fam. Simon gezwungen war, den Betrieb Anfang der achtziger Jahre zu reduzieren und schließlich endgültig einzustellen sowie die Gebäude zu veräußern. Der Trofaiacher Müllermeister und Vizebürgermeister Oskar Simon verstarb bald darauf im Jahre 1988 im Alter von 83 Jahren.
Der spätere Besitzer Herr Hubmann Fritz – auch ein Visionär seiner Zeit – erwarb das Gebäude 1998 aus dem Besitz der Fam. Krempl mitunter aus dem Grund, das Kleinwasserkraftwerk, das in der Zwischenbesitzzeit nicht mehr in Betrieb war, wieder zum Leben zu erwecken. Außerdem verbindet die Familie Hubmann auch eine ganz persönliche Geschichte mit der Mühle, denn das junge Paar lernte sich 1959 in der Mühle kennen und lieben. Edda war bis zur Hochzeit im Jahre 1962 in der Mühle beschäftigt und Fritz kam regelmäßig Getreide holen.
Bald nach Erwerb des Gebäudes begann die Fam. Hubmann die alte Mühle zu renovieren und behielt dabei immer im Hinterkopf, so viel wie möglich vom Originalzustand des Gebäudes zu erhalten. Um das eher feuchte Klima in der bis dahin noch nie beheizten Mühle zu regulieren, wurden erst einmal neue Fenster und ein neues Portal eingebaut. Dank des Weitblicks von Herrn Hubmann wurde bereits damals eine kleine aber feine Solarthermie- und Photovoltaikanlage am Dach des Gebäudes installiert, um genau so viel Energie zu erzeugen, dass mittels eines selbstgebauten Ventilators aus dem Dachboden warme Luft in den Keller geblasen werden kann. Durch die Temperaturunterschiede wird eine Luftzirkulation und so eine stetige Entfeuchtung des Gebäudes erzielt. In einem perfekten Mix aus altem und neuem Holz wurden Zwischendecken und Plafond eingezogen. Dabei konnten einige der alten Walzenstöcke und Siebanlagen sowie Teile der Transmissionen erhalten bleiben. Eine Notlicht- und Fluchtwegbeleuchtung, dem Stand der Technik entsprechend, und neue WC-Anlagen wurden installiert. Leider wollte es die Zeit nicht, dass bereits unter den Bemühungen der Fam. Hubmann das Kleinstwasserkraftwerk wieder in Betrieb gehen konnte. Damals scheiterte das Vorhaben am nicht erwerbbaren Wasserrecht.
So gab sich die Familie einige Jahre damit zufrieden, dass ab und an Veranstaltungen im Sinne der Trofaiacher Bevölkerung in der Mühle stattfanden. Den Traum eines Begegnungszentrums und eines energieautarken Gebäudes, dass auch noch für die umliegenden Nachbarn nachhaltig Strom erzeugt, gaben die zwei, Edda und Fritz, aber nie ganz auf. Leider verstarb Fritz 2017 noch vor der Vollendung seines Traumes.